Journalisten-Ausbildung

Mittwoch, 05. November 2008

Kommentare
Mara:
Kommentatoren/Kritiker müssen garnicht alles besser können, es genügt wenn sie Schwachstellen entdecken..:-).

Aber zum obigen, ist man in solchen Situationen wie in Beslan wirklich noch fähig rational zu entscheiden? Die Entscheidung muss doch innerhalb Sekunden fallen. Wahrscheinlich gibt es einfach keine "richtige" Antwort, wie in so vielen zugespitzen Situationen. Wenn man zwischen verschiedenen Aspekten abwägen muss, gibt es nun mal kein Besseres.

Die zwei Bilder von den Kindern? Ja, ich finde sie gehören veröffentlicht. In einem Kontext der die Hintergründe, die Motivationen und das Klima um sie herum aufzeigt. Aber ich würde mir wünschen dass derartige Photos auch wirklich nur im Kontext einer grösseren Berichterstattung veröffentlicht werden, da sonst die Kinder ein zweites Mal benutzt werden um Stimmung zu machen.

Donnerstag, 6. November 2008 um 10:25 >> antworten

Adrian:
Erstens, ja, man soll berichten, berichten wie man sich hinkniet und dem Kind hilft. Man soll den Leuten zu Hause auch zeigen, ihr koennt etwas tun, weil ich was tue.

Zweitens, ja, man soll diese Bilder zeigen. Man soll aber auch zeigen, wesshalb diese Kinder das tun. Dabei will ich nicht die einfache Erklaerung hoeren, denn diese stimmt oft nicht. Nein, ich will genau wissen, was es sich mit dem Kind auf sich hat.

In beiden Faellen sollten wir nicht nur nach den Taten fragen, sondern vorallem nach den Gruenden. Dabei ist es wahrscheindlich ein Pflicht ueber ethische Bedenken und Verfehlungen zu berichten. Wesshalb muss der Journalist wie ein Held vor den Opfern stehen? Wesshalb kann er nicht einfach wie jeder ander Mensch reagieren?
Klar, wir Zuschauer wollen nah dabei sein, aber bitte mit Distanz. Wir wollen die Kamera vor dem Tatort wissen, aber die geplatzen Schaedel nicht sehen. Wir wollen die Bomben sehen, aber nicht ihre Auswirkungen. Wir wollen wissen, aber nicht glauben. Wir wollen wissen, aber nicht verstehen. Wir wollen nichts anderes als unsere Neugier stillen, aber nicht davon betroffen werden.

Samstag, 8. November 2008 um 18:04 >> antworten

moshe:
werter herr marty,
kritik verdienen sie deshalb, weil sie einseitig berichte.
weil sie einer derer sind, fuer die eine terrororganisation wie die hamas, der es nur darum geht moeglichst viele juden zu toeten auf eine stufe mit einer armee stellen, der es nur darum geht die zivilbevoelkerung zu schuetzen.
es gibt auf ihrem blog keinen einzigen artikel, der sich kritisch mit den arabischen terroristen oder den sogenanntetn moderaten kraeften auseinandersetzt.
keinen artikel ueber korruption im arabischen staat, kein bericht ueber negative zustaende in gaza und in den autonomen gebieten.
es gibt nur negative berichte ueber israel. nur.
wenn sie darueber schreiben, dass ein arabischer patient nicht nach israel darf, dann koennten sie doch auch darauf hinweisen, dass vor 2 monaten ein iraner (!sic) nach israel einreisen durfte und operiert wurde.
sie berichten nicht ueber die saeuglingstation im krankenhaus von ashkelon, wo wenn eine friedensrakete von den arabischen terroristen angeflogen kommt, die krankenschwestern sowohl die juedischen wie auch die arabischen kinder evakuieren.
statt dessen weisen sie darauf hin, dass der patient wegen angeblicher sicherheitsgefehrdung nicht einreisen durfte. sie erwecken damit den eindruck, dass es diese nicht gibt und ein gefuehlsloser israelischer bureokrat seine machgelueste auslebt.
warum diese so sei erklaeren sie nicht.
sie weisen nicht darauf hin, dass in der vergangenehit mehrfach krankentransporte von den terroristen benutzt wurden um anschlaege zu verueben und dass zu diesem zweck oft schwanger herangezogen wurden.
schliesslich beschweren sie sich noch darueber, dass die arabischen patienten, die doch operiert werden dafuer auch noch bezahlen muessen.
in welchem land ist gesundheitsversorgung umsonst?
und welches land operiert umsonst menschen, die nicht seine staatsbuerger sind?

mit ihrem berichten tun sie nur eins:
sie erwewcken bzw bedienen ressentiments.

Sonntag, 9. November 2008 um 12:01 >> antworten

André Marty:
@moshe
ja, ja, das hätten sie gerne: blogger und beobachter, die weg- statt hinsehen. Nein, werter moshe, das werde ich nicht tun. Ich werde weiter berichten über die realitäten in israel und palästina, werde weiter mit dem finger auf die stellen zeigen, die ihnen und mir am herzen liegen. – wer weiss, vielleicht lesen sie ja die blog-einträge irgendwann einmal nicht mit der gefärbten „der – will- uns- bloss- böses“ –brille, vielleicht. dann werden sie auch feststellen, dass immer und immer wieder auch die rede ist vom vorgehen der hamas im gaza-streifen, der hesb’allah im libanon, vom zerfall der palästinensischen gesellschaft und deren ursachen&folgen. Und gell moshe, wir wollen doch nicht schon wieder der logik verfallen, die „bösen anderen“ ins feld zu führen, um von den eigenen untaten abzulenken. Wir, die wir in der einzigen demokratie im nahen osten leben (sie doch auch, oder?)
beste grüsse
andré marty

Sonntag, 9. November 2008 um 12:25 >> antworten

moshe:
sie verstehen mich nicht.
wo war denn die reden von wegsehen.
ich sprach lediglich davon, dass es notwendig ist, mit gleichen massstaeben zu messen.
das ist hier das problem.
jede israelische tageszeitung ist israelischer politik gegenueber kritischer als ihr blog gegenueber arabischer.

ich sage nicht, dass sie wegsehen sollen, sondern dass sie hinsehen sollen.

warum stellen sie dem leser und sich selbst nicht die frage, warum der arme mann nicht in aegypten operriert wird?
warum?
dort gibt es auch krankenhaeuser.
aber fuer sie kann nur einer schuld sein: israel.

glauben sie ernsthaft, dass mir die israelische politik ausnahmslos zusagt?!

es spielt ueberhaupt keine rolle, ob sie mal kurz in ihren artikeln darauf hinweisen, dass es da auch die terroristen von der hamas, hesbulla oder fatah gibt.
all ihre artikel richten sie ihm schwerpunkt gegen israel.
israel ist fuer sie fuer alles verantwortlich.
fuer den sterbenden arabischen krebspatienten, fuer militarismus, fuer den untergang der nie existenten arabisch palaestinensischen zivilgesellschaft, fuer den wassermangel und vmtl auch fuer das schlechte wetter.

und dann setzen sie dem noch einen drauf und schreiben in ihrem kommentar ernsthaft "Ich werde weiter berichten über die realitäten in israel und palästina".
als ob es palaestina gebe.
wenn sie nach palaestine wollen, dann muessen sie nach transjordanien.

Sonntag, 9. November 2008 um 14:29 >> antworten

André Marty:
@ moshe:
ich verstehe sie nicht? - oder versteht ein nicht geringer teil der welt das israelische verhalten nicht? alles anti-israeli?

falls sie das internationale humanitäre völkerrecht ihl als masstab gelten lassen (was israel als einzige hohe vertragspartei nicht tut), dann werden sie feststellen, dass einem besatzer rechte und pflichten obliegen, wie zum beispiel die gesundheitliche versorgung der okkupierten bevölkerung, wasserversorgung und vieles mehr. falls sie des weiteren behaupten, arabische staaten behandelten ihre staatsangehörigen lausig, ergo müsse sich israel daran messen lassen, dann, ja dann verstehe ich sie tatsächlich nicht.
und ich habe auch kein verständnis dafür, dass der shin bet angehörige von krebspatienten zu rekrutieren versucht, und im gegenzug krebsbehandlungen anbietet. und so müssten wir die liste der ungeheuerlichkeiten noch lange weiterführen, wenn's darum ginge, die schreckensmeldungen dieser region gegeneinander aufzuwägen. aber geht es tatsächlich darum?

moshe: eine selektive wahrnehmung der realität nützt ebenso wenig wie der krampfhafte versuch, von "ausgewogenheit" zu sprechen, wo es sich um einen asymetrischen konflikt handelt. wenn schon, vergleichen sie israel mit den standards europäischer staaten - das ist es doch, wonach der einzige demokratische staat im nahen osten strebt, oder?

und zum schluss noch dies: realisieren sie anhand ihrer terminologie ("transjordanien", "terroristen") wie sehr ihre ideologische sicht des israelisch-palästinensischen konfliktes es ihnen verunmöglicht, lösungsorientiert zu argumentieren?
oder habe ich das mit einer lösung auch nicht verstanden?

Sonntag, 9. November 2008 um 15:04 >> antworten

moshe:
ein bsp, das ihre leser interessieren koennte:

""
According to calculations carried out in Israel, in order to maintain a reasonable fabric of life in the Gaza Strip and prevent hunger, at least 110 trucks filled with goods are needed a day.



In recent months, however, between 80 to 90 trucks cross into the Strip every day, mainly carrying necessities. The reason is a drop in the demand, as Gaza receives continuous supplies through the tunnels.



The Gaza Strip has been under a complete blockade for the past four days due to the recent rocket fire, but hardly anyone is complaining about a shortage, including international organizations. It appears that the economic pressure is no longer as effective as Israeli officials believe.



Even the humanitarian crossings to Gaza are only operating in a symbolic manner. More and more residents in need of medical care, which the Palestinian health system is unable to provide, are traveling to Egypt for that purpose.



Today the Erez crossing serves only some 20 humanitarian cases a day. Most of those who enter Gaza through the crossing are a few dozens of diplomats or foreign journalists.
""
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3619916,00.html

Sonntag, 9. November 2008 um 14:37 >> antworten

moshe:
sie schreiben:
"
falls sie das internationale humanitäre völkerrecht ihl als masstab gelten lassen (was israel als einzige hohe vertragspartei nicht tut), dann werden sie feststellen, dass einem besatzer rechte und pflichten obliegen, wie zum beispiel die gesundheitliche versorgung der okkupierten bevölkerung, wasserversorgung und vieles mehr.
"

und unterschlagen dabei, dass israel den gaza streifen nicht besetzt.
der patient in ihrem artikel war aus dem gaza streifen.
also hat israel gegenueber ihm keine rechtlichen pflichten.

was ist ungeheurlich daran, dass der shabak versucht, einem armen menschen eine krebsbehandlung anbietet und dafuer nicht geld, sondern andere waren als bezahlung annimmt?

die teminologie "transjordanien" waehlte ich da sie von palaestina sprachen.
der heutige staat jordanien befindet sich auf gebiet das frueher palaestina (mandat) genannt wurde.
jordanien ist etwa 80 % des mandats palaestina.
der rest ist libanon, teile syriens, aegyptens und israels.
aber als journalist wissen sie das sicher schon laengst.

das wort "terroristen" bleibt so stehen.
anlehenend daran, dass terrorismus gezielt gegen zivilisten gerichtetet gewalt zu politischen zwecken ist, sind hamas als auch fatah (zur fatah gehoeren die al aksa briganden, die immer wieder versuchen israelische zivilisten zu toeten) terrororganisationen.


zu guter letzt:
"
moshe: eine selektive wahrnehmung der realität nützt ebenso wenig wie der krampfhafte versuch, von "ausgewogenheit" zu sprechen, wo es sich um einen asymetrischen konflikt handelt. wenn schon, vergleichen sie israel mit den standards europäischer staaten - das ist es doch, wonach der einzige demokratische staat im nahen osten strebt, oder?
"

eben, das meine ich ja. ihre selektive wahrheit hilft nicht weiter und foerdert nur die antiisraelischen ressentiments ihrer leser.
und warum ist das in einen assymetrischen anders?
was ist hier assymetrisch?
dass die eine seite sich verteidigt und zivilisten schuetzt und die andere onkel adolfs traum vollenden moechte?

bitte! bitte! messen die das vorgehen der tsahal an europaeischen standards.
am besten an schweizer standards.
also:
wie wuerde die schweiz reagieren, wenn immer wieder deutsche aus freiburg sich in basel in die luft sprengen?
und nachdem man ihnen untersagt schiessen sie mit raketen aus freiburg nach basel.
was wuerden die schweizer machen?
einen sitzstreik?
oder wuerden sie einfach keine lindtschokolade mehr nach dland liefern?

oder wuerden sie vllt die terroristen umbringen!?!

Sonntag, 9. November 2008 um 15:23 >> antworten

André Marty:
@moshe:
exakt eine hohe vertragspartei sagt, israel halte den gaza-streifen nicht mehr besetzt - israel...

dass der geheimdienst angehörige totkranker anheuert, mag ihnen normal erscheinen - hoffentlich nicht allzu vielen anderen menschen.

zur asymetrie des israelisch-palästinensischen konflikts sei z.b. an die todeszahlen erinnert, oder etwa an die ratio ziviler opfer versus gezielt getöteter extremisten.

vergleich israelische armee - schweizer armee: nun, mir ist kein noch so kleines fleckchen land bekannt, dass die schweizer armee besetzt hält, ihnen? (den aargau etwa?? ;-) ) ich unterstelle der schweizer armee, ebenso wie anderen europäischen armeen, dass sie sich sehr wohl am ihl orientieren würden und nicht, wie die us- und die israelische armee, im "war on terror" ihl-grundsätze wie etwa die unterscheidung zwischen zivilisten und illegalen kombattanten hinwegfegt; ja, ja, moshe, mit völkerrecht argumentieren endet selten gut für israel.

moshe: wo um alles in der welt bleiben ihre lösungsansätze? wollen sie ewig im geistigen bunker leben bleiben?

::::::::::::::::::::
ein allgemeiner satz an all' jene kommentar-leserinnen und -leser des blogs, die mühe mit diesem dialog bekunden sollten: moshe ist KEINE ausnahme. moshe repräsentiert mit seiner denkart weite teile der israelischen gesellschaft. deshalb, und nur deshalb, findet moshe hier in diesem blog auch noch statt

Sonntag, 9. November 2008 um 15:45 >> antworten

moshe:
wo sind denn dann die israelischen besatzer im gaza streifen?
ist das nun ironie ihrerseits oder eine zumutung?

woher wissen sie eigentlich, wen der geheimdienst anheuert?
nur weil das jemand sagt? gibts dafuer auch nur einen harten beweis?

sehen sie, sie sind schon wieder selektiv.
niemand bestreitet, dass durch israelische militaeraktioenen auch zivilisten zu schaden kommen und gar getoetet werden.
es gibt aber einen unterschied, denn sie unterschlagen:
ziel dieser aktionen ist nicht das toeten von zivilisten.
weahrend es die arabischen terroristen nur darauf abgesehen haben moeglichst viele zivilisten zu toeten.

es waren uebrigens sie, der mit dem voelkerrecht argumentierte. ich habe sie lediglich auch einen subsumtionsfehler hingewiesen.

sie sagen, die schweizer haben kein land besetzt.
die raketen kommen aus gaza.
gaza ist nicht mehr von israel, asondern von der hamas besetzt.

oder ist fuer sie - in hamasmanier - auch tel aviv von israel besetzt?

was heisst hier loesungsansatz?
da es fuer israel keinen partner fuer einen frieden gibt bleibt nur die isolation.
sollen sich aegypten und jordanien um die gebiete kuemmern. zu denen gehoerten sie bis 67.

jerusalem wird zur strafe einbehalten.


::::::
bzgl ihres hinweises an die werte leserschaft:

kommen sie sich jetzt besonders nicht antisemitisch vor, dass sie einem von ihnen als juden identifizierten erlauben sich zu aeussern?

toll!

Sonntag, 9. November 2008 um 16:48 >> antworten

André Marty:
so, damit wäre die argumentation ausgelegt:

- aufs völkerrecht wird nicht eingetreten
- israelische medien, israelische hilfswerke und israelische menschenrechtsorganisationen gelten nicht als quellen = keine beweise
- araber = terroristen
- kein partner für den frieden
- vergeltung ("jerusalem wird eingehalten")
- hamas besetzt den gaza-streifen
- lösungsansatz: versteht nicht, was das sein könnte
- all' das anonym, sprich unter nicht funktionierender e-mailadresse

und zu guter letzt dann noch das killer-argument, mit dem jeder diskussions-ansatz abgewürgt wird: anti-semitismus.

ja moshe, so kann man wirklich nicht diskutieren. aber der blog kann zeigen, wie das in der realität abläuft, das mit dem verdrängen, ausblenden, zurechtbiegen, abwürgen; das mit dem nebeneinander leben, das funktioniert anders

Sonntag, 9. November 2008 um 17:03 >> antworten

moshe:
ne, das haetten sie gerne, dass ich sie als antisemiten bezeichne!

lesen sie nochmal, und denken sie nach.

ich fragte, ob sie sich nun "besonders nicht antisemitisch" fuehlen.
wenn sie das als vorwurf des antisemitismus sehen, dann kann ich nur sagen:
getroffene hunde bellen!

wenn sie eine quelle haben, dann sagen sie mir doch, wo ich nachlesen kann, was der shabak angeblich tut.


ich habe auch nirgendwo araber mit terroristen gleichgesetzt.
ich sprach von arabischen terroristen.
das mach den saftpresser in yafo noch lange nicht zum terroristen.

Sonntag, 9. November 2008 um 17:15 >> antworten

André Marty:
@ moshe:

hier links zur shin bet praxis:
http://www.phr.org.il/phr/article.asp?articleid=604&catid=54&pcat=-1&lang=ENG

http://www.amnestyusa.org/document.php?id=ENGUSA20080326002&lang=e

http://www.haaretz.co.il/hasen/spages/976720.html

dass der shin bet über keine medienstelle verfügt, die diese praxis kommentiert, dürfte nachvollziehbar sein.
so und nun nochmals: darf ich sie um eine funktionierende e-mailadresse bitten.

Sonntag, 9. November 2008 um 17:23 >> antworten

moshe:
sehen sie, geht doch.

wenn sie mir sagen, wozu sie die email adresse benoertigen, dann bekommen sie sie.

Sonntag, 9. November 2008 um 17:28 >> antworten

André Marty:
@ moshe:
geht doch - nein, geht eben nicht mit der logik "schwarz - weiss", "bös - gut".
mich interessiert eine antwort auf die frage, warum jemand anonymisiert in einem blog schreibt; ihre e-mail resp. ihre identität ist drittrangig

Sonntag, 9. November 2008 um 17:45 >> antworten

moshe:
in der regel schreibt jemand anonym in einem blog um anonym zu bleiben.


viel spass, beim ressentiments bedienen.

Sonntag, 9. November 2008 um 17:54 >> antworten

Annekäthy:
Ich wollte "nur"schnell meinen obligaten Tagesstart im Blog erledigen....und dann stosse ich auf diesen "Briefwechsel" zwischen moshe und André.

Dazu kommt, dass ich mir gestern Abend den Film "Iron Wall" antat - den Film, den ich schon lange auf meiner Pendenzliste habe - ich habe den Film nicht bis zum Schluss gesehen, bin heulend davongelaufen, habe später meinen Mann angeschrien, warum da niemand etwas mache....

......und dann lese ich heute Morgen die Sätze von Moshe:

nur Ressentiments schüren gegenüber Israel
Krankentransporte, die missbraucht werden
für Operationen bezahlen müsse ja schliesslich jedermann, oder!
der Gazastreifen sei nicht (mehr) von Israel besetzt
was denn da asymetrisch sei?
die israelische Armee schütze nur Zivilpersonen
die Anderen, die Onkel Adolfs Traum verwirklichen wollen

......und frage mich, ob ich wieder losheulen soll, ob ich wieder herumschreien soll, oder ob ich alles einfach lassen soll und wie viele andere auch wegschauen und in Zukunft nicht mitreden, weil ich nicht so gut Bescheid weiss.


Ich habe vor Monaten hier einmal geschrieben, Israel sei nicht an allem schuld, aber dafür, dass keine lebenswichtigen Materialien mehr in den Gazastreifen kommen, dafür schon.

Moshe, das schreibe ich heute noch einmal.

Israel ist nicht an allem schuld, aber dafür, dass

- im Gaza nicht mehr genug medizinisches Material vorhanden ist - deshalb können Krebspatienten nicht mehr richtig behandelt werden und müssen um Behandlung im Staat Israel betteln. Und das bezahlen ist schwierig, weil die Abriegelung vom zivilisierten Leben einen normalen Erweb unmöglich macht.

- der Konflikt äusserst asymetrisch ist, weil jeder Israeli bewaffnet sein darf und in Hebron herumballern darf, was das Herz begehrt, während der palästinensische Bauer im Baumwollhemd zuschauen muss, wie seine Olivenernte mit Motorsägen zerstört wird. Und wenn er schreit und seine unbewaffneten Hände verwirft, wird er von israeilischen Soldaten und zusätzlichen Sicherheitskräften zu Boden gedrückt, wie ein Schwerverbrecher.

- die krankhafte Verfolgungsidee vom "Traum von Onkel Adolf" immer noch lebt und das politische und gesellschaftliche Handeln prägt. Das paralysiert die objektive Sichtweise im Nahostkonflikt und damit den Friedensprozess.

- die Regierung das gelebte zionistische Gedankengut nicht stopt, sondern fördert und unterstützt. Das ist schlimmer, als jede noch so einseitige Berichterstattung aller unfähigen westlichen Journalisten zusammen.


Solange es Stimmen wie die von Moshe gibt, solange braucht es Stimmen, wie die von André Marty, die den undankbaren Job auf sich nehmen und hinschauen und berichten - von arabischen Raketen, die in Sderot Angst, viel Sachschaden und berechtigte Wut auslösen und von palästinensischen Menschen, die unter der militärischen Besatzung leiden und zu Dutzenden getötet werden.

Montag, 10. November 2008 um 10:36 >> antworten

David:
Lieber Andre Marty

Habe ich vor ein paar Jahren noch, entzückt von Ihrem journalistischen Talent, Ihre Berichterstattungen im Schweizer Fernsehen verfolgt, so bin ich eigentlich nur noch enttäuscht wenn ich Ihren Blog lese.
Es ist wirklich schade wie einseitig negativ Sie über Israel berichten. Es kommt mir vor als seien Sie vom Leben in Israel (Ich nehme mal an Sie residieren nicht in Gaza Stadt) gefrustet und dieser Blog ist ihr Ventil um Dampf abzulassen.
Dies ist ja eigentlich auch Ihr gutes Recht, wäre halt da nicht der Fakt das Sie nicht einfach nur André Marty sind sondern André Marty, Journalist des staatlichen Schweizer Fernsehens. Wenn Sie es trotzdem nicht lassen können Ihre einseitigen Blogs zu schreiben, dann nehmen Sie doch wenigstens klar Stellung und gestehen (vielleicht zuerst Ihnen selber) ein, das Sie pro-palästinänsisch sind - es spricht nunmal kein neutraler Bericherstatter von "Palästina".
Genauso stört mich wie Sie in einem Ihrer Einträge Moshe angreifen weil er das vollkommen legitime und in keiner weise "pro israelische" Wort "Terrorist" benutzt und ihn dann noch, mit Kommentar an die anderen Blog Leser, in "so sind diese Israelis halt" Manier schlechtmachen. Moshe (kenne ihn übrigens nicht) schreibt in keiner Weise extremistisch oder speziell provozierend, er möchte wohl lediglich zu Ihren Einträgen Stellung nehmen was sein gutes Recht ist, bedenkt man doch den Inhalt Ihrer Einträge die ihn (nehme an er ist Israeli) und sein Land, in ein nicht sonderlich gutes Licht rücken. Das Sie darauf hinweisen das Sie Moshe, verträte er nicht die israelische allgemeine Denkweise, vom Blog verbannen würden, scheint mir schon fast ein wenig niveaulos.

Ich wünsche ihnen dennoch einen schönen Abend und hoffe Sie sehen vielleicht einmal auch die positiveren Seiten von Israel (es wird gemunkelt es gibt sie wirklich) und berichten uns darüber.

Gruss
David

Montag, 10. November 2008 um 21:46 >> antworten

André Marty:
@david (oder roman?), "moshe", mara:
erinnern sie sich an ernest goldberger, den schweizer juden mit seinem buch: "die seele israels - ein volk zwischen traum, wirklichkeit und hoffnung". was wurde goldberger doch attackiert, was wurde er ausgegrenzt, als nestbeschmutzer abgekanzelt. immer und immer wieder bekam er zu hören: mag schon sein, was du da aufwirfst, aber sag auch was positives über israel
- woher nur kommt dieser unbändige wunsch, "was positives" zu hören?
- warum nur wird - wenn schon - kaum je auf die aufgeworfenen punkte eingetreten, mit inhalt, nicht mit emotionen?
- warum kommt kritik anonymisiert, unter falschen e-mail-adressen?
- warum gelten im umgang mit israel andere regeln als etwa frankreich, den usa etc.?
- warum immer und immer wieder diese begrifflichen unschärfen: palästina / terroristen?
- warum wird auf den mann (blogger) statt auf inhalte gespielt?
- warum wird die realität - moshes sichtweise repräsentiert nun einmal den israelischen mainstream - konsequent ausgeblendet?
- weshalb soll es "pro-palästinensisch" sein, ans internationale völkerrecht ihl zu erinnern?
- warum nur gibt es sowenige nahost- diskussionen mit argumenten statt emotionen?
- warum gibt's kaum je auch nur ansätze von lösungsorientierter kritik?
- warum nicht die schiene fahren, die kommentatorin mara wählt: deklarierte pro-israelin mit kritischem hinterfrage-ansatz?

Dienstag, 11. November 2008 um 08:47 >> antworten

Mara:
@ andré
darf ich auch in stichworten antworten?
- weil jeder gern was positives hört (und es gibt auch genug positives, leider aus meiner Sicht zu wenig in den Medien)
- wird es das stetig? naja, die Sache ist ja auch hochemotional
weil sie viel mit ganz existenziellen Ängsten besetz ist
- weil damit jedes Medium kämpfen muss, und nicht nur blogs (aber wahrscheinlich gerade die, aber trifft schliesslich fast jeden Blog)
-wahrscheinlich weil jeder über Israel eine Meinung zu haben scheint, ohne unbedingt Israel zu kennen. Aber es gibt sicherlich, wie in Deutschland so geliebt, die geschichtliche Deutung.
- weil jeder diese beiden Begriffe nach belieben benutz.
- Fragen sie Herrn B..:-)
- ich finde nicht, dass moshe die Realität ausblendet, er beschreibt seine Realität und dazu gehört ein ganz gehörige Portion berechtigtes Sicherheitsbedürfnis. In einer Situation die angstbeladen ist, ist der Fokus einfach anders. Hier aus der Sicherheit heraus, lässt sich einfacher darüber streiten.
-weil es Israel nicht sehr schmeichelt?..:-), by the way, die Zwei-Staaten-Lösung wurde zuerst von arabischer Seite abgelehnt.
-s.o., wenn Nachbarn schon über einen Haselnussbaum sich fast die Köpfe einschlagen, warum soll es im grossen Rahmen einfacher sein
-weil es so wenig Lösungsansätze gibt?

Hier aus der Entfernung lässt es sich einfacher diskutieren, mit weniger Emotionen und mit mehr Abstand, schliesslich muss ich hier nicht um meine Kinder fürchten, (bzw. auf der anderen Seite um die Zukunftsperspektiven meiner Kinder)

Ist es nicht oft eine Frage der Erwartung? Erwarte ich von einem Blog Objektivität? Auch wenn ich persönlich in vielen Bereichen eine andere Gewichtung schätzen würde kann und will ich nicht von allen erwarten meine Perspektive zu teilen.
Was einen aber nicht davon abhalten sollte für seine Perspektive zu werben...-)

Dienstag, 11. November 2008 um 16:50 >> antworten

moshe:
""immer und immer wieder bekam er zu hören: mag schon sein, was du da aufwirfst, aber sag auch was positives über israel""

ich finde voellig normal, wenn jemand israel kritisiert.
seltsam finde ich aber wenn:
- derjenige nicht die umstaende erklaert, die zu der situation fuehren.
sie haben sich irgendwo darueber beschwert, dass der bauch ihrer schwangeren frau am flughafen abgetastet wurde.
das ist ihr gutes recht.
aber sagen sie doch dann einfach, dass schon mehrfach (angeblich) schwangere frauen terroraktionen ausgefuehrt haben.
- und sehr seltsam finde ich, wenn jemand diese sich einseitig auf israel konzentrieren an den tag legt.
wenn jemand immer nur israel kritisiert und alle - im uebrigen wesentlichen blutigeren -konflikte links liegen laesst, dann muss er sich gefallen lassen, dass er einen judekomplex hat.


""- woher nur kommt dieser unbändige wunsch, "was positives" zu hören?""

es ist der wunsch nach objektivitaet.
verstehen sie mich nicht falsch.
von mir aus koennen sie ganz einseitig pro arabisch sein.
aber dann stehen sie auch dazu.
dann behaupten sie nicht, sie seien objektiv und betreiben journalismus.


""- warum nur wird - wenn schon - kaum je auf die aufgeworfenen punkte eingetreten, mit inhalt, nicht mit emotionen?""

ich bin auf ihre punkte eingegangen.

""- warum kommt kritik anonymisiert, unter falschen e-mail-adressen?""

kacha!

""- warum gelten im umgang mit israel andere regeln als etwa frankreich, den usa etc.?""

das frage ich gerade sie!
warum sugerrieren sie, dass jede israelische aktione willkuerlich ist !?

""- warum immer und immer wieder diese begrifflichen unschärfen: palästina / terroristen?""

was ist an "terrorist" unscharf?
ein terrorist ist jemand, der gewalt gezielt gegen zivilisten einsetzt um politische ziele zu vefolgen.
also hamas, fatah, hesbulla aber nicht idf.
und und palaestine benutze ich nicht.
allesfals fuer die verwaltungseinheit des ottomanischen reichs bzw fuer das britische mandat.
die, die sich heute palaestinser nenne tuen das ja auch erst seit 50 jahren.


"- warum wird auf den mann (blogger) statt auf inhalte gespielt?""

weil er die inhalte darstellt und meinung macht. und dann muss er sich die vorwuerfe gefallen lassen und nicht die inhalte.


"- warum wird die realität - moshes sichtweise repräsentiert nun einmal den israelischen mainstream - konsequent ausgeblendet?""

was blende ich aus?
nichts!
ich habe nur eine andere erklaerung dafuer fuer sie.
bzw ich sehe es mit anderen augen.


"- weshalb soll es "pro-palästinensisch" sein, ans internationale völkerrecht ihl zu erinnern?""

das hat niemand gesagt.


"- warum nur gibt es sowenige nahost- diskussionen mit argumenten statt emotionen?""

weil journalisten wie sie es konsequent vermeiden emotionslos zu berichten.
sie informieren ihre leser nicht objektiv. sie schueren ressentiments und damit emotionen. diese werden in einer diskussion dann darauf zuerueckgreifen und den gegener in eine lagfe traengen, in der er sich einem diskussionsgegner gegenueber sieht, der emotional fuer die araber reagiert.
gegen sojemanden helfen keine fakten.
also greift man auch auf emotionen zurueck.
im uebrigen habe ich versucht, ohne emotionen gegen sie zu agumentieren.
da sie aber emotional argumentieren hilft das nichts.


""- warum gibt's kaum je auch nur ansätze von lösungsorientierter kritik?""

eben. warum machen sie das nicht!



und zu annekaethy:

WARUM!? warum ist israel schuld und nicht aegypten?!
warum!

Mittwoch, 12. November 2008 um 06:56 >> antworten

Annekäthy:
Mir gefällt die Idee, in jeder Sache immer auch das positive zu sehen und davon zu sprechen.
So gesehen gibt es sicher über Israel immer auch positives zu berichten.
Nur schon all die friedensbewegten Israelis, oder die Soldaten, die plötzlich ihren Militärdienst gegen die Palästinenser verweigern, oder die israelischen Aerzte, die in ihrer Freizeit gratis Behandlungen machen für Palästinenser, oder die vielen Freundschaften, Ehen, Arbeitsteams, Schulen, die unter Juden und Arabern gut funktionieren.
Da gab es in diesem Blog auch schon Berichte.....

Aber ich glaube, dass gerade ein solcher Blog die unbequeme Aufgabe hat Fragen aufzuwerfen, die uns umtreiben sollen, die sich in uns quer stellen und uns fragen lassen, weshalb um alles in der Welt dort kein Frieden entstehen kann.

Es geht in Israel und Palästina um so viel mehr als auf beiden Seiten Fehler suchen..
Die Menschen aus beiden Völkern müssen gleiche Rechte haben! Erst dann ist es möglich, von beiden Seiten auch Eingeständnisse und Pflichten zu verlangen.
Die Unterdrückung muss aufhören! Israel unterdrückt die Araber. Das wird immer sichtbarer und lässt sich nicht ausgewogen kommentieren.
Es darf nicht sein, dass die Araber Menschen zweiter Klasse sind! Nirgens auf der Welt darf es noch Menschen zweiter Klasse geben.
Die unaufhaltsame jüdische Besiedlung auf arabischem Boden muss aufhören! Das Land ist nicht legal erstanden. Das wissen die Araber, und die Juden auch.

Solange Israel an seiner Sicherheitspolitik festhält, die sich nur mit Unterdrückung und einem Zweiklassesystem aufrechterhalten lässt, solange gibt es keinen Frieden.
Für einen Friedensprozess braucht es Gerechtigkeit.

Ich schätze an diesem Blog, dass er hartnäckig und unbequem darauf hinweist, dass dieser Frieden nicht in Sicht ist. Unbequeme Berichterstattung, aber ehrliche.

Was ich persönlich an diesem Blog so schätze, ist das unbequeme, beharrliche Hinschauen
Es muss irgendwann Frieden werden!

Mittwoch, 12. November 2008 um 08:06 >> antworten

שפר:
Annekaethy, Martin.

"Es wird keinen Frieden geben, solange die Araber die Juden mehr hassen, als sie ihre Kinder lieben."

Das ist ein alter Spruch. Gesagt wurde er von Golda Meir vor etwa 50 Jahren.
Wie war ers ist!

Und Annekaethy:
Was ist denn "arabischer Boden"?
Warum ist da Land "arabisch"?
Warum nicht "israelitisch (juedisch)", "aegyptisch (pharaonisch)", "sasanidisch/persisch", "babylonisch", "ottomanisch", phoenizisch", "roemisch", "griechisch", "byzantonisch" oder "malukisch"?

Nur weil Araber im laufe von 5000 Jahren mal hier gesiedelt haben ist das Land arabisch?
Warum ist es nicht juedisch?
Es gab hier immer Juden.
Jerusalem, Zfat und Tiberias sind antike Staedte, die immer von Juden bewohnt wurden. Egal wer gerade hier einfiel.
Wobei es in Jerusalem eine kurze Pause gab. 1948 bis 1967 haben die Araber alle Juden aus Jerusalem (der Altstadt) vertrieben, bzw sie getoetet.

Also: Warum ist das hier arabisches Land?


Ich finde Mosches frage interessant, die er Ihnen gestellt hat:

Warum ist Israel schuld, wenn Waren nicht in nach Gaza kommen?
Warum ist nicht Aegypten schuld?
Schliesslich hat Gaza eine Grenze mit Israel und eine Grenze mit Aegypten.

Mittwoch, 12. November 2008 um 09:55 >> antworten

Mara:
Wie ist den derzeit der Status an der Grenze zu Agypten?

Mit Geschichte zu argumentieren mag zwar immer sehr beliebt sein, aber eigentlich führt das doch immer nur zu kuddelmuddel. Irgendwann kommen noch die Mongolen und wollen Ungarn.
Auch Golda Meir argumentiert hier mit der Macht des Faktischen. Nun sind wir mal hier und müssen uns arrangieren.
Abgesehen davon, sollte man auch nicht vergessen, dass der Grossteil des heutigen israelischen Staatsgebietes von den damaligen arabischen Herrschern abgekauft wurde. Man muss also garnicht so weit zurückgehen. (By the way war diesen Verkäufern das Schicksal der dort lebenden Bevölkerung ziemlich egal)

In der Frage Gaza-Israel kann es doch nicht um die Frage von Schuld, sondern um die Frage von Verantwortung gehen. Die Hamas wurde gewählt, schön, dass dies in demokratischer Manier geschieht, aber die Palästinenser können doch nicht ernsthaft erwarten, dass das "Ausland" davon unabhängig agiert. Demokratie heisst nun mal auch die Folgen der eigenen Entscheidungen einkalkulieren zu müssen.
Was aber widerrum nicht heissen muss, dass die Nachbarn dieser humanitären Katastrophen gleichgültig zusehen dürfen.

Mittwoch, 12. November 2008 um 10:26 >> antworten

André Marty:
@ "moshe":
International Humanitarian Law IHL – ich kann’s nur wiederholen. Ernüchternd genug, dass diese fundamentalen rechtsstaatlichen Grundsätze von Israel als einziger Hoher Vertragspartei nicht anerkannt werden:

ICRC:

http://www.icrc.org/Web/Eng/siteeng0.nsf/html/palestine-report-131207

Gisha:

http://www.gisha.org/index.php?intLanguage=2&intSiteSN=165&OldMenu=143&intItemId=1219

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1202246335288&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

B’Tselem:

http://www.btselem.org/english/gaza_strip/israels_obligations.asp

Reut-Institut:

http://reut-institute.org/he/Publication.aspx?PublicationId=1023

Diakonia:

http://www.diakonia.se/sa/node.asp?node=842

UN:

http://fr.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1222017624172&pagename=JPost%2FJPArticle%2FPrinter

@mara:
zu ihrem demokratie-verständnis: und willst du nicht wählen, was mir genehm, dreh ich dir den lebensmittel-, energie-, medizinalprodukte - hahn zu - naja; hat sicherlich, wie sie selber argumentieren, mit der art und weise der wirtschafts- und politblockade zu tun. wer dafür allerdings kurz- und langfristig den gesellschaftlichen preis bezahlt, dürfte klar sein.

Mittwoch, 12. November 2008 um 10:41 >> antworten

Mara:
@ andre

Ein anderes Beispiel: Andorra wird radikal und weisst alle spanischen Doppelbürger aus, bzw. spricht ihnen alle Bürgerrecht ab. Darf Spanien daraufhin einen Wirtschaftsboykott gegen Andorra praktizieren?
Ich würde sagen, dass ist der Preis von Eigenstaatlichkeit und eigenen Entscheidungen. Ich kann nicht auf der einen Seite nach Selbstbestimmung Schreien und auf der anderen Seite die Hände aufhalten bzw. typische Rechte von "Kolonialstaaten" einfordern.

Besteht eine Pflicht einem anderen Staat zu beliefern? Muss Russland Ukraine z.B. Erdgass zu einem bestimmten Preis liefern?

Humanitäre Hilfe bzw. überhaupt Hilfe ist ist dann etwas anderes. Ausserdem heisst es ja nicht, dass die Nachbarstaaten bzw. überhaupt die Staatengemeinschaft aufgerufen ist Hilfe anzubieten. Ich erinnere mich z.B. an etliche Gutachten die vor der zweiten Intifada von der EU in Auftrag gegeben wurden um z.B. ein Justizwesen aufzubauen. Sie landeten alle im Papierkorb.

Mittwoch, 12. November 2008 um 11:55 >> antworten

Mara:
Nachtrag: ich hab ein "nicht" im letzten Absatz vergessen

Mittwoch, 12. November 2008 um 12:26 >> antworten

André Marty:
International Committee of the Red Cross (ICRC)

News Release 12.11.08



Gaza: civilians collectively paying the price of the closure



The International Committee of the Red Cross (ICRC) is deeply concerned about the ongoing closure of commercial crossings into the Gaza Strip. Since 5 November, the shipment of food, medicine, fuel and gas has been fully suspended, due to these closures.



"The closure of commercial crossings aggravates the already precarious situation in the Gaza Strip, seriously affecting most of its population," states the ICRC Head of Mission in Israel and the Palestinian occupied territories. Katharina Ritz.



The closure came after dozens of home-made rockets were fired from the Gaza Strip into Israel, following an incursion into the Strip carried out by the Israeli Defence Force last week.



"In fact, since Israel imposed an embargo on the Gaza Strip in 2007, the humanitarian situation there has continued to worsen. Any additional restrictive measures, in particular those affecting the flow of essential supplies into the Gaza Strip, can only make the life of the Gazan population ever harder," says Katharina Ritz. "No matter what political or security considerations may be behind such measures, the innocent civilian population must be spared from collectively paying the price," she says.

Mittwoch, 12. November 2008 um 14:16 >> antworten

Mara:
@André

unbestritten, die Situation in Gaza ist katastrophal.
Sicherlich auch unbestritten, es gibt das berechtigte Interesse Israels hinsichtlich der eigenen Sicherheit.

Die Frage ist für mich wieviel Prozent der Zivilbevölkerung des Gaza stehen hinter den Raketenangriffen? Warum wird nichts unternommen?

Und warum um alles in der Welt mutet die Führung des Gazastreifens es seiner Zivilbevölkerung zu, unter diesen Umständen zu leben? Warum wird weiterhin der Weg der Konfrontation gegangen, wenn man sieht, dass man so nicht weiterkommt? Warum lässt man die eigenen Kinder lieber an banalen Krankheiten sterben, als Kompromisse einzugehen?

Israel ist sicherlich verantwortlich dafür, die Massnahmen des Wirtschaftsboykotts so extrem wie möglich auszunutzen. Die Hamas im Gaza sind aber mindestens genaus dafür verantwortlich, dass sich daran nichts ändert.
Warum wird die palästinensische Führung hier aus der Verantwortung entlassen?

Mittwoch, 12. November 2008 um 14:51 >> antworten

felix:
Je mehr ich weiß desto weniger verstehe ich.
Vielen Dank.

Donnerstag, 19. März 2009 um 03:21 >> antworten


Kommentar schreiben
(wird nicht angezeigt)
Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
 

'andré marty berichtet' ist nominiert für den Grimme Online Award 2010.

Kategorien

Seiten

Neueste Kommentare

Masha zu Frau Kollegin: Esther Saoub, ARD Radio, Kairo, 21.08.2010
Sie stellen sehr gute kritisch e Frag [...]
denise zu André Marty berichtet. Nicht mehr, 19.08.2010
mir fehlt der Blog auch
Lara zu André Marty berichtet. Nicht mehr, 18.08.2010
@Fred David und André: Das „F inden [...]
Fred David zu André Marty berichtet. Nicht mehr, 17.08.2010
@) Gabi Neuhaus: Die Beachtung ist g [...]
Gabi Neuhaus zu André Marty berichtet. Nicht mehr, 17.08.2010
André - deinen Blog habe ich r egelmä [...]

Archive

good to know

Blog abonnieren

Suche



©